CURE TOOLTEST Social Media Monitoring Teil 2: Ergebnisse der getesteten Tools

20. Juni 2017, Levi Távora Veiga - Monitoring, Tools

KATEGORIE 1: Setup

Ein Tool kann noch so gut sein und noch so viele Features bieten, wenn es jedoch schon an der Konfiguration oder Einstellung von Queries und Channels hakt, bringen die Analysen ggf. auch nur wenig. Umso wichtiger ist es, eine intuitive und gut strukturierte Setup-Oberfläche mit Hilfestellung und Erläuterung der einzelnen Features zu haben – sowie auch einen kompetenten und schnellen Support, den man im Notfall kontaktieren kann. Bei Webbosaurus übernimmt der Support den gesamten Setup-Prozess, begleitet und betreut den Kunden während der Gesamtdauer des Projektes. Ubermetrics und Sysomos setzen auf eine intuitive und übersichtliche Oberfläche. Queries können sowohl im einfachen als auch im „Experten-Modus“ geschrieben werden. In beiden Tools hat der User die volle Kontrolle über Queries, Channels und Einstellungen und kann trotzdem bei Bedarf auf den Support zurückgreifen. Auch NetBase setzt auf einen ausgefeilten, aber einfach zu bedienenden Modus für Queries und bietet gleichzeitig die Möglichkeit an, mit Booleschen Operatoren zu arbeiten. Das Setup bei NetBase ist weniger intuitiv und das Tool wirkt generell etwas unübersichtlich, ist allerdings sehr umfangreich und innovativ. Ein Beispiel dafür ist die „Insights“-Funktion, die das Sentiment von Wörtern oder Wortgruppen separat definieren lässt, was zu einer geringeren Fehlerquote bei der Sentimentbestimmung führt. Sollten die zu analysierenden Daten in der Vergangenheit liegen, sind historische Daten sowohl bei Sysomos als auch bei NetBase rückwirkend bis zu 24 Monate verfügbar. Extra-Kosten fallen hierfür nicht an.  

KATEGORIE 2: Performance & Data Volume

Das stärkste Tool in den Kategorien ‚Anzahl der Mentions‘ sowie ‚Sentiment- und Spracherkennung‘ ist NetBase. Das Tool findet mehr YouTube und Tumblr-Mentions als die Wettbewerber. Auch Ubermetrics weist ein hohes Beitragsaufkommen und eine gute Sprachanalyse auf. Bei NetBase kann die Fehlerquote dank des innovativen Ansatzes bei der Sentiment-Analyse, je nach Setup und Filter, weiter eingeschränkt werden. Wenn sich sowohl negative, als auch positive Begriffe in einem Satz befinden, wird beim Filter „all sentiment“ ein gemischtes Sentiment ausgewiesen. In der Voreinstellung bezieht sich die Sentimentsanalyse auf „primary terms“. Man kann die Resultate allerdings auch nach „things“ analysieren. Hierbei kann man einen beliebigen Begriff oder eine Wortgruppe eingeben, wie z.B. Produkte, Personen oder Marken. Das Tool erkennt, ob sich die positiven oder negativen Begriffe oder Wortgruppen darauf beziehen und zeigt das Mention in der entsprechenden Tonalität an. Mentions und Sentiments werden separat gezählt, so dass es bei mehreren Sentiments in einem Mention die Anzahl der Mentions unverändert bleibt. Darüber hinaus kann im Setup die Tonalität eines Begriffs oder einer Wortgruppe festgelegt werden. Das Tool differenziert beim Sentiment zwischen schwach und stark (z.B. „mögen“ oder gar „lieben“) und ermittelt eine „Passion Intensity“. In dieser Kategorie sind die Ergebnisse des Full-Service-Anbieters Webbosaurus nicht durchgehend mit den anderen Toolanbietern vergleichbar, weil die Resultate in der Regel durch ein Team von Analysten bearbeitet werden.

KATEGORIE 3: Tagging, Bearbeitung der Ergebnisse

Wertvolle Informationen werden aus Daten gewonnen, die qualitativ hochwertig sind und gut aufbereitet werden können. Bearbeitungsmöglichkeiten und sinnvolle Funktionen zur Massenverarbeitung von Funden sind deshalb unerlässlich. So ist es bei Ubermetrics möglich, bis zu 100 Mentions per Massenbearbeitung zu taggen und einzelne Mentions durch ein Eingabefenster manuell hochzuladen. Webbosaurus zeigt sich flexibel in der Anpassung der Metrics. So können Thematik, Tonalität und Gruppe angepasst und Notizen hinzugefügt werden. Darüber hinaus verfügt das Tool über Shortcuts, mit denen man bis zu 50 Funde gleichzeitig bearbeiten kann. Auch können insgesamt fünf Tags pro Fund vergeben werden. Das Rennen macht in der Kategorie einmal mehr NetBase mit Funktionen wie den hierarchischen Tags, die es ermöglichen, bis zu fünf Themen-Ebenen und 60 Tags zu kreieren.

KATEGORIE 4: Export, Dashboard, Reporting & Alerting

Wer sich für ein Monitoring-Tool entscheidet, möchte in der Regel die gewonnenen Insights weitergeben. Dies kann in Form einer Export-Datei (tabellarisch oder grafisch), eines Dashboards oder einer E-Mail sein. Was die Export-Datei und die darin enthaltenen Metrics angeht, kann keines der getesteten Tools Talkwalker (über 90 mögliche Metrics) „das Wasser reichen“. Bei den Dashboards und Reports sieht es schon anders aus. Ubermetrics punktet mit einem intuitiven und übersichtlichen Design. So lässt sich ein Report flexibel nach dem Baukastenprinzip gestalten. NetBase bietet einen White-Label-Report an, der ebenfalls sehr individuell und einfach gestaltet werden kann. Sogar eigene Bilder können hochgeladen werden. Die Alert-Funktion ist jedoch schwer zu finden. Erst muss eine Analyse gespeichert und als Alert definiert werden. Danach hat man umfangreiche Alert-Möglichkeiten, auch bei einer Veränderung der Reichweite oder der Anzahl der Autoren. Besonderes Feature: „Twitter Stamina and Strength“. Hier wird geprüft, welche Dauer und Stärke ein Peak auf Twitter hat, bevor ein Alert verschickt wird. NetBase bietet insgesamt die meisten Funktionen in dieser Kategorie, einzig die Menüführung ist verbesserungswürdig. 

Fazit:

NetBase ist das Tool, das uns am meisten begeistert hat. Es ist sehr innovativ und besitzt viele exzellente Ansätze, wie z. B. bei der Sentimentanalyse und dem hierarchischen Tagging. NetBase setzt auf Natural Language Processing (kurz NLP) und semantische Analysen, die sich hervorragend für große Datenmengen eignen. Die Einarbeitungs- und Eingewöhnungszeit liegt jedoch weit über der von anderen Tools. Hier sind Experten gefragt, die erste Monitoring-Erfahrungen bereits gesammelt haben. Sysomos ist ein vielseitiges Tool, mit Listening-, Search-, Analysis-, Publishing- und Engaging-Bereichen. Das Tool glänzt nicht in allen Bereichen, kann aber eine passable Plattform für all diejenigen sein, die eine aggregierte Lösung suchen. Leider wurden uns für den Test nur der Search- und Listening-Bereich zur Verfügung gestellt. Ubermetrics kann zwar (noch) nicht mit den ganz Großen mithalten, ist aber insgesamt ein übersichtliches und aufgeräumtes Tool, das in puncto Volumen und Sprachanalyse sehr gut abschneidet. Der „Report-Designer“ gehört zu den besten, die wir bisher getestet haben. Ein gutes Tool mit gutem Service für den deutschsprachigen Markt. Webbosaurus versteht sich als ein Full-Service-Provider und übernimmt für seine Kunden die Konfiguration des Tools, Bearbeitung der Ergebnisse bis hin zur Erstellung von Reports. Dabei liegt der Fokus nicht ausschließlich auf dem Tool als solches, sondern auf der ganzheitlichen Dienstleistung.

Wenn Sie Fragen zu weiteren Funktionen der genannten Tools oder zu Ihrem Use Case haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Im nächsten Testabschnitt planen wir folgende Tools zu testen: Brandwatch, Meltwater und Crimson Hexagon.

Besonders gefreut hat uns, dass Ubermetrics aufgrund unseres ersten Blogbeitrags auf uns zugekommen ist und einen Test des Tools angeboten hat. Wenn Sie ein Toolanbieter sind und ebenfalls gerne bei unserem nächsten Tooltest dabei sein möchten, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Co-Autor dieses Artikels: Björn Zosel

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