Wie findet man das passende Social Media Management Tool?

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Als Social Media Manager hat man es nicht leicht: Man muss Content finden, Kampagnen planen, auf verschiedenen sozialen Netzwerken posten, die alle ihre eigenen Anforderungen haben, mit Usern interagieren, Freigaben von Vorgesetzen anfordern, etc. In diesem Blog-Artikel finden Sie grundlegende Kriterien zur passenden Toolauswahl. Außerdem haben wir uns drei bekannte Tools einmal näher angeschaut.

 

 

 

Welcher Typ Social Media Manager sind Sie?

  • Typ A, der jeden Tag auf verschiedenen Social Media Netzwerken manuell postet und schaut, ob die Posts auch wie gewollt veröffentlicht wurden, weil er kein Social Media Management Tool gefunden hat, das seinen Anforderungen enstpricht?
  • Oder sind Sie Typ B, der bereits ein Social Media Management Tool nutzt, aber sich jeden Tag über Beschränkungen des Tools aufregt?
  • Vielleicht sind Sie ja auch Typ C, der ein Social Media Management Tool nutzt und absolut zufrieden ist. Dann hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar, damit wir uns das Tool anschauen können!

 

Der Vorteil von Social Media Management Tools liegt auf der Hand: Zum einen spart man Zeit, wenn man nicht extra auf jedes einzelne soziale Netzwerk gehen muss, sondern sämtliche Aktivitäten in einem Tool stattfinden. Das kann besonders im Falle eines Shitstorms sehr hilfreich sein.

Zum anderen ist das Handling einfacher. Man muss nicht ständig zwischen Browser-Tabs wechseln und zusätzlich mit Excel o. ä. für die Kampagnenplanung arbeiten.

Wir haben uns deshalb verschiedene Tools angeschaut und 3 davon in der Praxis getestet.


Zielgruppe/Budget

Die wichtigste Frage, die man sich zunächst stellen sollte, ist: Wie groß ist mein Unternehmen?

Grob gesagt werden die Tools für folgende Zielgruppen konzipiert:

  1. Privatanwender sowie kleine und mittlere Unternehmen
  2. große, internationale Unternehmen

Tools für große Unternehmen sind z. B. Spredfast, Lithium Technologies, Sprinklr. Diese Tools gehören zu den Top-Tools und bieten die meisten Funktionen. Dies schlägt sich allerdings auch im Preis nieder, denn hier muss man für eine Lizenz mit einem mittleren 5-stelligen Betrag pro Jahr rechnen. Bei den meisten dieser Tools, gibt es kostenlose Workshops, um Mitarbeiter zu schulen.

Auf der anderen Seite gibt es Einsteigerlösungen, die teilweise auch Trials anbieten, wie z. B. Hootsuite, SproutSocial. Sie bieten meist einen geringeren Funktionsumfang.

 

Compliance

Es ist zu prüfen, ob das Tool den gesetzlichen Bestimmungen entspricht, wie z. B. der EU-DSGVO. Ansonsten kann es zu hohen Bußgeldern kommen.

 

Social-Media-Plattformen

Deckt das Tool die Plattformen ab, die ich verwalte? Gibt es Plattformen, die evtl. in Zukunft genutzt werden? Gerade die Einsteigerlösungen decken nicht alle Plattformen ab, deshalb ist es wichtig, diesen Punkt zu prüfen.

 

Tools im Focus

Wir haben Hootsuite Team, SproutSocial und die aus Deutschland stammende Lösung dirico.io getestet. Natürlich können wir in diesem Artikel nicht auf alle Features eingehen. Wir haben uns auf die aus unserer Sicht wichtigsten konzentriert. Bei Fragen zu weiteren Features können Sie sich gerne an uns wenden. Eins vorneweg: Alle drei Tools bieten eine gute Nutzerverwaltung und Workflow-Funktionen. Die meisten Möglichkeiten bietet in diesem Bereich jedoch dirico.io.


Hootsuite Team

  • Hootsuite ist das Tool, welches die meisten Plattformen abdeckt. Beiträge auf Twitter, Facebook (incl. Gruppen), Google+, LinkedIn, Instagram, YouTube und WordPress-Blogs kann man direkt in ein Widget eingeben, das sich auf jeder Seite oberhalb des Dashboards befindet. Andere Plattformen, wie z. B. Pinterest oder XING, kann man über sogenannte Streams bedienen. Hierzu muss man Apps von Drittanbietern installieren, die ggf. kostenpflichtig sind. Momentan gibt es 150 solcher Apps, vgl. apps.hootsuite.com. Eine gute App ist z. B. der Talkwalker Free News Alert, mit dem man kostenlos das Web nach Stichworten durchsuchen lassen kann. Auch Kundenrezensionen kann man über eine entsprechende App in das Tool einfließen lassen.
  • Ein weiteres geniales Feature ist der Composer. Hier hat man bei der Erstellung eines Beitrags die Wahl zwischen vielen ansehnlichen, lizenzfreien Fotos, GIFs oder eigenen Bildern. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, Bilder im Tool mit CreativeCloud zu bearbeiten. Links können gekürzt und mittels UTM-Codes verfolgt werden.
  • Ein weiterer Vorteil ist, dass beim Bulk Composer bis zu 350 Beiträge mittels csv-Datei hochgeladen werden und auf verschiedenen Plattformen veröffentlicht werden können.
  •  Ebenfalls sehr praktisch sind die Browser-Erweiterung und die Mobile App, über die man Artikel schnell und einfach veröffentlichen kann.
  • Weitere gute Features sind Contest-Templates für Websites und Facebook-Pages, automatisches Posten eines RSS-Feeds sowie die Möglichkeit, den Zeitpunkt der Veröffentlichung des nächsten Posts festzulegen.

Nicht so gut fanden wir das unübersichtliche Design und Handling. Es gibt keine Notifikationen für neu eingehende Interaktionen und kein zentrales Dashboard, in das alle Interaktionen einfließen – man muss immer zwischen verschiedenen Streams wechseln. Auch das Wechseln zwischen Composer und Streams bei Plattformen, die nur über App zu verwalten sind, empfanden wir als lästig. Ein anderer Nachteil ist, dass außerhalb des Tools veröffentlichte Beiträge nicht im Kalender erscheinen.

 

SproutSocial

  • Das Tool überzeugt durch Schnelligkeit, Stabilität sowie einfaches und intuitives Handling. Die Erstellung von plattformübergreifenden Nachrichten ist spielend einfach.
  • Bei der Erstellung gibt es außerdem die Möglichkeit des feingranularen Targetings auf LinkedIn, Google+ und Facebook.
  • Alle Interaktionen, auch Follows, werden zuverlässig gefunden und plattformübergreifend in einem zentralen Dashboard angezeigt.
  • Selbst außerhalb des Tools veröffentlichte Beiträge werden im Kalender ausgewiesen (außer Posts auf Facebook-Gruppen und -Profilen).
  • Zur Content-Erstellung gibt es ein Dashboard, in dem Trending Content aus Web & Social Media angezeigt wird.
  • Zusätzlich besteht die Möglichkeit des Social Media Listenings mittels booleschen Operatoren.
  • Wie Hootsuite bietet auch SproutSocial eine Browser-Erweiterung und eine Mobile-App zum schnellen und einfachen Posten von Inhalten.
  • Das Tool bietet einige Möglichkeiten im Bereich Automation: Automatisches Posten von RSS-Feeds, automatisches Löschen von Beiträgen, die nur den Namen eines anderen Users enthalten sowie die Möglichkeit, Twitter- und Facebook-Chatbots einzurichten.
  •  Im Tool kann man mit Shortcuts arbeiten, und Beiträge können getaggt und je nach Aufgabengebiet kategorisiert werden.
  • Weitere gute Features sind die Möglichkeit der Integration von Feedly, Zendesk, Uservoice sowie URL-Tracking.

Leider ist die Anzahl der Plattformen sehr eingeschränkt. Momentan kann das Tool nur für Twitter, Facebook, LinkedIn, Instagram und Google+ genutzt werden. Auch Daten aus Google Analytics können für Reports integriert werden. YouTube und Pinterest sollen jedoch demnächst integriert werden. Ebenfalls von Nachteil ist die Tatsache, dass es keine Desktop-Notifikationen für eingehende Interaktionen gibt, man den Browser refreshen muss, damit neue Interaktionen in das Tool einfließen und dass es keinen Bild-Editor gibt.

 

dirico.io

  • Das Tool aus Deutschland bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Kampagnenplanung sowie feingranulare Möglichkeiten bei der Vergabe von Userrechten und der Einstellung von Notifikationen. Zunächst können selbst gewählte RSS-Feeds zur Ideenfindung in ein Dashboard einfließen. Im Dashboard „Ideen“ werden Vorschläge für Beiträge gesammelt – dies kann z. B. auch durch Mitarbeiter unter Verwendung der Mobile App geschehen.
  •  Kampagnen, Strategien, Persona und Ad-Profile können angelegt und Beiträgen sowie Ideen zugeordnet werden. Bei Kampagnen können Titel, Start- und End-Datum, Briefing, Tags und Anhänge gespeichert werden. Die Kampagnen werden in der Kalenderübersicht angezeigt. Der Contentplan ist als PDF downloadbar.
  •  Beiträge auf Facebook-Seiten können über das Tool in Facebook geplant werden.
  • Bei der Erstellung eines Beitrags kann außerdem ausgewählt werden, ob man den Post auf mehreren Plattformen veröffentlichen möchte.
  • Das Tool verfügt auch über einen guten Foto-Editor, mit dem man ansprechende Bilder gestalten kann.
  • Im Bereich Interaktion ist es positiv, dass man Desktop-Benachrichtigungen über neue User-Beiträge erhält.
  • Zur Beantwortung von User-Beiträgen sind Vorlagen speicherbar.
  • Auch die Funktion, dass man ein zugewiesenes Ticket erinnert wird, ist sehr nützlich.

Bisher unterstützt dirico.io noch nicht Pinterest und WeChat. Diese Plattformen stehen jedoch auf der Roadmap und sollen noch in Q2/2018 integriert werden. Während des Tests waren die Ergebnisse auf LinkedIn nicht immer befriedigend. Seit kurzem ist dirico.io jedoch LinkedIn-Partner, so dass auch diese Plattform gut abgedeckt sein dürfte.

Im Gegensatz zu unseren Tests von Social Media Monitoring Tools kann man bei Social Media Management Tools keinen Testsieger präsentieren. Jedes Unternehmen hat, wie bereits erwähnt, hat andere Ziele, Use Cases und ein anderes Budget.

Gerne sind wir Ihnen behilflich, das passende Tool zu finden.

 

 

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